Reliquienbeutel

Dieser Reliquienbeutel wurde nach dem Vorbild eines kleinen Reliquienbeutelchens aus dem Cappenberger Barbarossakopf gearbeitet. Der Beutel wurde aus Seide, gefärbt mit Reseda, Krapp und Indigo, gefertigt. Die Maße betragen im geschlossenen Zustand ca. 32*62mm, das entspricht dem Original. Hinzu kommen die in Fingerschlaufentechnik gearbeiteten Bändel von ca. 140mm und 220mm. Der Beutel wurde an den seitlichen Rändern, wie auch am Laschenrand mit Zierstichen aus goldfarbener Seide versehen. Dieses Seidegarn, aus welchem auch die Bändel gefertigt wurden, ist mit Zwiebelschalen gefärbt. Am Original und an der Rekonstrukion sind im unteren Beutelbereich und am Verschlussband Süßwasserperlen angebracht. Die Perlen sind am Original nicht mehr vollständig vorhanden, so dass die Anzahl der verwendeten Perlen eine Mutmaßung ist.

Die Entstehungszeit des Originales kann nicht exakt angegeben werden, es wird jedoch das späte 13. oder 14. Jahrhundert angenommen. In dieser Zeit ging man dazu über, kleine Reliquienpakete in Beuteln aufzubewahren. Als Herstellungsort des Beutels wird das Rhein-Maas-Gebiet angenommen.

Im originalen Reliqienbeutel aus dem Cappenberger Barbarossakopf befinden sich zwei kleine Reliquienbündel aus gelbgrüner Seide. An dieses angelehnt haben wir ein Reliquienbündel aus gelber Seide gefertigt. Das Bündel ist mit einem beschrifteten Streifen Pergament, der sog. Cedula, umwickelt. Die Cedula weist auf den heiligen Inhalt hin und ist mit dem Namenszug "Santa Helene" versehen. In dem Bündel befinden sich einige Haare der Heiligen aus ihrer frühen Kindheit.

Um Missverständnissen vorzubeugen, "Santa Helene" ist natürlich unsere Tochter Helene, die sich allerdings nicht immer wie eine Heilige benimmt. Und natürlich ist es auch eine Babylocke
unserer Tochter, die sich in dem Reliqienbündel befindet.

Stauffer, Annemarie; Die Reliquien aus dem Cappenberger Barbarossakopf. In: Die Staufer und Italien. Stauferkatalog 2010.

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